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Partnerstadt Clermont

... auf den Spuren seiner Vergangenheit


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Die Lage Clermonts auf einem steilen Hügel, letzte Erhebung der Ile de France, ließ der terrassenförmig angelegten Stadt seit grauer Vorzeit eine wichtige geschichtliche Rolle zukommen, besonders während des zweiten Cäsar-Feldzuges gegen die Bellovaken (Stamm in der Gegend um Beauvais). Diese wurden acht Monate lang vom Eroberer, der aus dem Osten kam, belagert, um ihm schließlich in der Ebene von Angy zu unterliegen (51. v. Chr.).

Die erste schriftliche Erwähnung Clermonts stammt aus dem Jahre 1023 mit der Ernennung von Beaudoin de Claromonte zum ersten Grafen von Clermont.

Guibert de Nogent, Abt von Nogent s/Coucy, (1053 - 1124), erzählt seine Kindheit in Clermont und wie er die Pfründe eines Stiftherren erhielt, während sein Bruder Ritter und Bürger der Burg war.

Bis zur Mitte des 17. Jh. war Clermont Zeuge von ununterbrochen aufeinanderfolgenden Kriegen und Plünderungen. Ein wichtiges Ereignis war der Beginn des Bauernaufstandes von 1358, der von Clermont ausging. Das letzte Zusammentreffen der „Jacques“ (so nannte man die aufständischen Bauern) und der Adeligen fand  zwischen Nointel und Catenoy an einem Ort namens „la Bataille“, statt.

1353 ergriff Hauptmann von Buch Besitz von der Stadt, die er mit Stadtmauern umgeben ließ. Heute finden wir noch Überreste dieser Befestigung: das Nointel-Tor, der Glorietten-Turm und die Westmauer des Rathauses.

1420 musste Clermont den Angriff der Engländer über sich ergehen lassen, die die Vororte in Brand stecken.

Während der Religionskriege ergriff Clermont Partei für die Heilige Liga. Im August 1589 eroberten die Truppen Heinrichs IV. die Burg, Hauptmann La Grâce unterzeichnete vor dem König die Kapitulationsurkunde.

Das Friedensedikt von 1570  bestimmte Clermont zu einer Stätte der reformierten Kirche. Man erbaute eine protestantische Kirche und Schule. Nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes wurde diese protestantische Kirche zerstört und die Steine dienten dem Wiederaufbau des Hospiz.

Im Mai 1848 marschierte die Nationalgarde nach Paris, um das Parlament gegen die Aufständischen zu verteidigen und um in Juni der Abteilung Batignolles - Monceau zu Hilfe zu kommen.

1914 wurde Clermont, durch eine rasche Besetzung von der Zerstörung verschont, nach der Marne-Schlacht befreit. Am 28. März 1918, als die letzten verzweifelten Angriffe der Deutschen die englische Front bei Montdidier erschütterten, war Clermont der Mittelpunkt wichtiger militärischer Konferenz, besonders derjenigen, die im Beisein von Clémenceau, General Foch, General Pétain und General Pershing stattfand, de damals die amerikanischen Truppen befehligte.

Auch der zweite Weltkrieg verschonte Clermont nicht. Nach heftigen Bombenangriffen besetzte die deutsche Armee die Stadt vom 9. Juni 1940 bis 1. September 1944. Der Widerstand der kleinen Stadt war beispielhaft und der Preis, der für diese Tapferkeit bezahlt werden musste, entsprechend hoch: eine Clermonter Familie wurde völlig ausgelöscht, während andere Bürger nicht aus der Deportation zurückkamen.

Am 25. August 1944 zerstörte ein schwerer Bombenangriff einen Teil der Vororte und forderte zahlreiche Opfer. Die lange Liste der Namen auf dem Kriegerdenkmal bezeugt, dass Clermont, indem es sich aktiv and er Befreiung des Landes beteiligte, stolz auf seine Vergangenheit sein kann.

Stadtrundgang:

Wir nehmen als Ausgangspunkt unseres Rundganges durch die Clermonter Straßen das Rathaus.

Das Rathaus, um 1359 von Ludwig II., einem Bourbonen, Graf zu Clermont, erbaut, ist ein herrliches Gebäude unter Denkmalschutz, das im Laufe der Jahrhunderte als Stadthaus, Gerichtssaal und Markthalle diente. Es war Sitz verschiedener Gerichtsbarkeiten (Schöffengerichte, Amtsgerichte, Vogtsgerichte), Wahlamt sowie Forst- und Waldamt.

Im Innern des Rathauses finden wir im Erdgeschoss fünf Rundbögen, die sich zum ehemaligen Getreidespeicher hin öffnen. Durch eine Tür gelangt man in weitläufige Säle, in die das Tageslicht durch große Fenster mit steinernen Querbalken fällt. Die Räume im ersten Stock enthalten Skulpturen, Stiche, Gemälde und wertvolle Möbelstücke (die Statue Cassinis, Renaissance-Möbel, Stiche von 1678, Gemälde von Van Loo von 1769; eine Pendeluhr im Stil Ludwig XIV. von Gribelin, eine Wanduhr im Stil Ludwig XV. von Gamard) sowie eine reichhaltige Bibliothek mit 20.000 Bänden.

Die Kirche des heiligen Samson ist das wichtigste Pfarrgebäude der Stadt. Sie besitzt ein Kirchenschiff mit sieben Jochen. Der Chor, der aus einem Joch und einer fünfeckigen Apsis besteht, hat seine einfachen Ursprünge und Kapitelle bewahrt. Bemerkenswert sind auch sehr schöne Kirchenfenster aus dem 16. und 17. Jh. sowie eine Grablegung und eine liegende Figur.

Das Nointel-Tor ist ein Überrest der ehemaligen Wallmauer, die die Stadt umgab. Der Spitzbogen, auf dessen beiden Seiten eine große Schießscharte  zu sehen ist, stellt den ältesten Teil der Befestigung dar.

Ein Spaziergang durch den Chatellier-Park: dieser schöne, schattige Park umgibt die Überreste des Bergfrieds und erlaubt einen Rundblick auf die Umgebung Clermonts. Sie sollten diesen Spaziergang auf jeden Fall machen, wenn Sie Stille und eine liebliche Landschaft schätzen. Und der Bergfried erinnert an die Geschichte der Burg von Clermont.

Die Burg im Laufe der Jahrhunderte:

Wir haben bereits die strategische Hügellage Clermonts festgestellt. Natürlich sah die Umgebung früher ganz anders aus: das jetzige Plateau der Picardie entstand aus einem Wald- und einem Sumpfgebiet, durch das sich die Brèche ihren Weg suchte.

Um 1842 wurde der „Clarus Mons“ mit einer Festung aus Holz bebaut, umgeben von einer Böschung, um sie gegen den Einbruch der Normannen zu verteidigen.

Später können die Burg, besonders aber der Bergfried (Hauptturm), über die weitere Entwicklung Aufschluss geben. Dieser Bergfried kann nämlich mit anderen gleichzeitig entstandenen Bauten in Verbindung gebracht werden, z. B. denen von Loches oder Beaugency, die in die erste Hälfte des 11. Jh. fallen.

Im 11. Jh.: Einige historische Daten belegend die Bedeutung Clermonts im 11. Jh. Beaudoin „de Claromonte“ unterzeichnete 1023 eine Charta in Compiégne sowie sein Sohn 1042. Das beweist den Einfluss der beiden auf die benachbarten Adeligen und es ist daher nur natürlich, dass die einen Feudalsitz errichten ließen.

Im 12. Jh.: Die zentrale Lage Clermonts erforderte in dieser Zeit einen verstärkten Schutz. Die Ländereien des Grafen Raoul waren gerade von den Flamen zerstört worden. Clermont war bereits gut geschützt durch die Festungen von Creil, Gournay a.d. Aronde und Breteuil, aber auf der anderen Seite von Beauvais bestand eine Lücke in der Verteidigung. Philippe Auguste hatte denn auch keine Einwände gegen die Errichtung einer Befestigungsanlage auf den Ländereien von Courlieu; sie bildete den Ursprung des reizenden Dorfes La Neuville en Hez.

Im 12. Jh. standen von der äußeren Ringmauer der Burg nur noch die Fundamente und einige Mauerteile, die in den aufeinanderfolgenden Bauten untergingen. Aber der Verlauf der inneren Ringmauer ist in etwa zu erkennen dank einer Mauer, die sie ersetzte, sie überragte den Chatellier-Park. Man muss betonen, dass die Clermonter Burg bereits mit fließendem Wasser aus einem arterischen Brunnen versorgt wurde, das in einem breiten Graben abfloss, der die Südmauer des Walles umgab.

Im 14. Jh.: Die gewaltige Stadtmauer war acht Fuß dick und von Gräben umgeben, die durch hydraulisches System mit Wasser gefüllt waren (s.o.). Sie war in bestimmten Abständen von runden oder quadratischen Türmen flankiert und begann am Nointel-Tor, wo sich der Eingang zur Burg befand, der gleichzeitig das erste Stadttor darstellte.

Von diesem Tor aus verlieg die Mauer am Place de la Grêve entlang bis zur ehemaligen Route de Compiégne (rue du Chatellier). An dieser Stelle befand sich ein kleiner quadratischer Turm, von dem heute nur noch ein paar Überreste zeugen. Der Wall erreichte schließlich das Hart-Tor, das die rue de la Masqueraie (rue Fernel) verschloss.

Der Glorietten-Turm: Es existieren noch der untere Teil mit dem Gewölbe sowie eine Passage hinter der Mauer, die zum Haupteingang des Marktes führt.

Die Bastei des Rathauses: stellen den wichtigsten Teil der Befestigungsanlage des Marktes dar. Da man sie im Weiteren für zivile Zwecke verwendete, blieb sie erhalten und bewahrte den Aspekt, den sie bereits im 14. Jh. hatte.

Im 14. Jh.: Der Krieg verwüstet weiterhin die Gegend von Beauvais. 1420 werden die Vororte Clermonts völlig niedergebrannt. Die Stadt ist in den Händen der englisch-burgundischen Koalition. Zu dieser Zeit wird auch das Kirchenschiff von Stankt Samson ein Opfer der Flammen. Erst 1449 konnte der Herzog Charles, ein Bourbone, mit Hilfe der Bevölkerung Besitz von seiner Stadt ergreifen. Zum Dank richtete er am 20. Mai 1450 eine Stiftung ein, die der Clermonter Burg jedes Jahr ein Almosen von Brot und Wein für 15 arme Frauen des Landes zur Verfügung stellte. Die Grafschaft von Clermont blieb Eigentum der Bourbonen.

Im 16. Jh.: Zur Zeit der Italienkriege konnte man an der Burg verschiedene Instandsetzungsarbeiten vornehmen; an der Zugbrücke, den Grabenbrücken, dem Gefängnis und am Hauptturm.

Nach dem Tod des Konnetabel der Bourbonen übernahm Francois I. die Grafschaft und vereinigte 1532 ihre Gerichtsbarkeit mit der von Senlis.

Sein Sohn Charles von Orléans-Valois, dem die Grafschaft dann zufiel und der die Bedeutung der Vororte erkannte, ließ die Zufahrten durch riesige Tore verschließen, die heute verschwunden sind, deren Standorte man jedoch bestimmen konnte.

Es gab drei dieser Vorstadttore; das Creil-Tor, 1780 zerstört, das die rue des pourceaux (rue Pierre Viénot) versperrte (eine Mauernische, die seinen Frontgiebel schmückte, wurde in die Fassade des nächstliegenden Wohnhauses eingebaut: Nr. 6) und das Fontaines-Tor, das die gleichnamige Straße überspannte und vor 1780 zerstört wurde.

1589 überstand Clermont einen Angriff Heinrichs des IV. ohne großen Schaden, wurde aber bei einem weiteren im Jahre 1590 siebzehn Jahre lang geplündert und die Archive verbrannten vollständig.

Im 17. Jh.: Das Ende der Religionskriege bedeutete noch nicht das Ende der militärischen Aktionen in Clermont, das weiterhin zu Schaden kam: 1636 diente es den Bewohnern der Gegend als Zuflucht vor dem Einfall der Spanier, die auch glaubten, es nicht einnehmen zu können.

1638 wurde das Pariser Tor verbrannt und um 1640 wurde die Burg verlassen.

Im 18. Jh.:  1703 wurde Clermont zum nicht befestigten Platz erklärt., daher konnte die Prinzessin von Harcourt in Erwägung ziehen, die Burg als ihren Hauptwohnsitz zu benutzen, indem sie sie völlig umbauen ließ. Was dann auch geschah. Die Kosten für die Bauarbeiten beliefen sich auf 65.000 Pfund. 1715, als die Prinzessin starb, bleib die Burg unbewohnt und wurde dann an den Prinzen von Condé verkauft, der daraus eine Jagdresidenz machte.

Während der Revolution wurde sie konfisziert und man brachte dort von 1793 bis 1797 Kriegsgefangene unter.

1807 nachdem sich Napoleon nicht für sie interessiert hatte, wurde sie zu einem Gefängnis umgebaut, das ab 1826 ein reines Frauengefängnis war. 1908 wurde es eine Bewahranstalt für straffällige Mädchen.